4. Newsletter 2018/2019 – Meinungsfreiheit, Toleranz und sportliche Erfolge

Sehr geehrte Schulgemeinschaft,

als Schulleiter der Fichte möchte ich den heutigen Newsletter auch nutzen, um meine persönliche Position zu einer aktuellen politischen Entwicklung darzustellen. Zunächst allerdings möchte ich über tolle Ergebnisse beim Crosslauf und der Herbstregatta informieren.

Crosslauf

47 Schülerinnen unserer Schule haben am 08.10. am Crosslauf-Vorentscheid teilgenommen. Es war ein wirklich gelungenes Event! Acht unserer Schülerinnen haben sich für das Finale am 10.4.2019 qualifiziert, was bei der großen Konkurrenz (nur die ersten 15 jedes Jahrgangs kommen weiter) ein sehr schönes Ergebnis ist.

Herbstregatta

Die Ruderinnen der Fichte stellten unter der Anleitung von Frau Steinlein und Frau Reifner bei der diesjährigen Herbstregatta mit Siegen in 11 Rennen die erfolgreichste Mannschaft ALLER Schulen aus Berlin. Ich gratuliere unseren tollen Sportlerinnen.

Einstehen für Meinungsfreiheit und Toleranz

Ich bedanke mich bei den Schüler*innen der Fichte, die am vergangenen Freitag eine tolle Aktion (Informationsveranstaltung, Verteilen von Flyern) an der Schule gestartet haben. Sie haben deutlich gemacht, dass die Fichte die “Denunziationsplattform” der AfD ablehnt und wir wie bisher für Menschenrechte, Toleranz und ein weltoffenes Miteinander einstehen.Ich möchte der AfD die Arbeit abnehmen und mit diesem Newsletter auch die von mir unterzeichnete Selbstanzeige (initiiert vom Bündis “Bildet Berlin!”) veröffentlichen:

1. Wir gestehen, dass wir in unserem Unterricht für Meinungsvielfalt und Meinungsfreiheit geworben haben.

2. Wir gestehen, dass wir die Zeit des Nationalsozialismus nicht als kleinen „Vogelschiss“ behandelt haben, sondern als das, was sie war: Ein verbrecherischer, undemokratischer und zutiefst menschenrechtsverletzender Teil der deutschen Geschichte.

3. Wir gestehen, dass wir in unserem Unterricht die Position, dass CO2 nicht schädlich sei und der Mensch zur Verhinderung des Klimawandels nichts tun könne und müsse, kritisch hinterfragt haben und die Schüler*innen gebeten haben, nach weiteren Handlungsoptionen zu forschen.

4. Wir gestehen, dass wir sprachliche Tabubrüche von Seiten der AfD und anderen Menschen als solche im Unterricht thematisiert haben, weil rassistische und diskriminierende Aussagen als solche in unserem Land benannt werden müssen.

5. Wir gestehen, dass wir in unserem Unterricht die Schüler*innen zu Differenzierung und Perspektivenvielfalt angestiftet haben.

6. Wir gestehen, dass wir in unserem Unterricht das komplexe Thema der Migration nicht als Erklärung für alle Probleme in Deutschland haben gelten lassen.

7. Wir gestehen, dass wir im Unterricht darauf hingewiesen haben, dass u.a. die AfD hinsichtlich der gleichberechtigten Teilnahme von Frauen in Gesellschaft und Politik noch Förderbedarf besitzt.

8. Wir gestehen, dass wir uns kontinuierlich auf den Artikel 3 des Grundgesetzes berufen und die Diskriminierung von Menschen aufgrund von Hautfarbe, Herkunft, politischer oder religiöser Überzeugung im Unterricht nicht erlaubt haben.

9. Wir gestehen, dass wir in unserem Unterricht aktiv Produkte der von der AfD bekämpften Medien eingesetzt und hinsichtlich ihrer Vielfalt und Unterschiedlichkeit untersucht haben.

10. Wir gestehen, dass wir in unserem Unterricht offensichtliche Lügen, wissenschaftliche Halbwahrheiten und allgemeine Ungenauigkeiten in Quellen über all die Jahrhunderte analysiert und interpretiert haben.

11. Wir gestehen, dass wir überlegen, einen Längsschnitt zum Thema „Denunziation in verschiedenen historischen Epochen (Römische Republik – Inquisition im Mittelalter – Nationalsozialismus – Deutschland 2018)“ zu entwickeln.

Andreas Steiner

Schulleiter der Fichtenberg-Oberschule

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