Integration / Inklusion

Im März 2009 trat in Deutschland die UN-Behindertenrechtskonvention in Kraft. Das Übereinkommen verbietet die Diskriminierung von Menschen mit Behinderungen. Ihm liegt das Inklusionsprinzip in allen Bereichen, somit auch im Bereich Bildung, zu Grunde. In der deutschen Übersetzung der UN-Konvention wird „Inklusion“ mit „Integration“ gleichgesetzt.

Integration ist an der Fichtenberg Oberschule seit 30 Jahren Normalität: 1979 wurde die Frage diskutiert, ob die Schule bereit sei, eine blinde und schwerhörige Schülerin zu unterrichten. Der positive Beschluss der Gesamtkonferenz am 18. 12. 1979 war der Beginn des gemeinsamen Unterrichts mit Sehgeschädigten an der Fichtenberg Oberschule und im damaligen West-Berlin.

1998 wurde dieses pädagogische Konzept von der damaligen Senatsverwaltung für Schule, Jugend und Sport als abweichende Organisationsform „Integration blinder und sehbehinderter Schülerinnen und Schüler in Allgemeinen Oberschulen der Regelform“ mit der erforderlichen personellen Ausstattung offiziell genehmigt.

Seit Mitte der 90er Jahre schwankt die Zahl der sehgeschädigten Schüler in jedem Schuljahr zwischen 12 und 18 Schülern (Schuljahr 2012/13: 4 blinde und 8 sehbehinderte Schüler). In der Regel kommen die Schülerinnen und Schüler nach der 6. Klasse aus den Grundschulen, aber auch aus Blinden- und Sehbehindertenschulen. Der Einzugsbereich erstreckt sich über ganz Berlin.

Im Laufe von 30 Jahren hat die Fichtenberg-Oberschule ein eigenes Konzept  ziel- und zeitgleicher Integration entwickelt. Ausgehend davon, dass alle Wissensbereiche für Blinde und Sehbehinderte erschließbar sind, werden allen Schülern einschließlich der Sehgeschädigten die gleichen Unterrichtsinhalte vermittelt. Die sehgeschädigten Schüler sind (abgesehen vom Fach Sport und teilweise vom Fach Bildende Kunst) voll in den Unterricht integriert und durchlaufen die Schule in der gleichen Zeit; sie werden wie die anderen Schüler benotet. Sie nehmen an sämtlichen Klassen- und Kursaktivitäten sowie Arbeitsgemeinschaften teil. Besonderheiten gibt es nur im Hinblick auf die Methoden der Vermittlung und auf den Zeitbedarf bei Klassenarbeiten und Klausuren.

Zielgleiche und zeitgleiche Integration Sehgeschädigter braucht jedoch flankierende Maßnahmen, um die notwendigen Lernvoraussetzungen zu schaffen und Hilfestellungen zu geben. Unverzichtbar sind neben einem förderlichen Lernklima eine sehgeschädigtenspezifische Unterstützung und Beratung für alle am Schulleben Beteiligte.

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