Integration / Inklusion

Im März 2009 trat in Deutschland die UN-Behindertenrechtskonvention in Kraft. Dieses Übereinkommen fordert die Staaten auf, Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass behinderte Menschen uneingeschränkt an der Gesellschaft teilhaben können, in ihrer Autonomie geachtet werden und soziale Wertschätzung erfahren.
In einem erweiterten Sinn steht der Begriff Inklusion für eine Gesellschaft, an der jeder Mensch unabhängig von Geschlecht, Alter oder Herkunft, von Religionszugehörigkeit oder Bildung, von eventuellen Behinderungen oder sonstigen individuellen Merkmalen gleichberechtigt und selbstbestimmt partizipieren kann. In dieser Gesellschaft werden Unterschiede als Bereicherung aufgefasst. Nicht der oder die Einzelne muss sich dem System anpassen, sondern das System berücksichtigt die Bedürfnisse des Einzelnen.
Die Fichte möchte einen Beitrag zum Erreichen des hohen Zieles einer inklusiven Gesellschaft leisten.
Eine gute Voraussetzung dafür ist eine lange Erfahrung im gemeinsamen Unterricht von Sehenden und Sehgeschädigten. Schon 1979 wurde die Frage diskutiert, ob die Schule bereit sei, eine blinde und schwerhörige Schülerin zu unterrichten. Der positive Beschluss der Gesamtkonferenz am 18. 12. 1979 war der Beginn des gemeinsamen Unterrichts mit Sehgeschädigten an der Fichtenberg Oberschule und im damaligen West-Berlin.
1998 wurde dieses pädagogische Konzept von der damaligen Senatsverwaltung für Schule, Jugend und Sport als abweichende Organisationsform “Integration blinder und sehbehinderter Schülerinnen und Schüler in Allgemeinen Oberschulen der Regelform” mit der erforderlichen personellen Ausstattung offiziell genehmigt.
Seit Mitte der 90er Jahre schwankt die Zahl der sehgeschädigten Schüler*innen in jedem Schuljahr zwischen 6 und 18 Schülern. In der Regel kommen die Schülerinnen und Schüler nach der 6. Klasse aus den Grundschulen, aber auch aus Blinden- und Sehbehindertenschulen. Der Einzugsbereich erstreckt sich über ganz Berlin. Inzwischen gibt es auch Kinder mit anderen Förderbedarfen.
Im Laufe dieser Jahre hat die Fichte ein eigenes Konzept ziel- und zeitgleicher Integration entwickelt. Ausgehend davon, dass alle Wissensbereiche für Blinde und Sehbehinderte erschließbar sind, werden allen Schülern einschließlich der Sehgeschädigten die gleichen Unterrichtsinhalte vermittelt. Sie werden wie die anderen Schüler benotet und nehmen an sämtlichen Klassen- und Kursaktivitäten sowie Arbeitsgemeinschaften teil. Besonderheiten gibt es im Hinblick auf die Methoden der Vermittlung und auf den Zeitbedarf bei Klassenarbeiten und Klausuren. Damit sollen Nachteile ausgeglichen werden.
Ab dem Schuljahr 2018/19 wird die Fichte inklusive Schwerpunktschule für Sehgeschädigte werden.

letzte Änderung: 24. Jan 2018 @ 9:37

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